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Australien – Phillip Island

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Windiger Start in den Tag.

Am nächsten Morgen fuhren wir wieder in aller Frühe ein Stück unserer bereits zurückgelegten Strecke wieder zurück um auf die Insel „Philip Island“ zu gelangen. Nur eine halbstündige Fahrt trennt uns von der Brücke, die uns auf die Insel bringen soll. Auf der anderen Seite angekommen, wollten wir uns ursprünglich Ideen bei der Touristen Info einholen, leider hatte diese jedoch um diese Uhrzeit noch geschlossen. Wir planten also mithilfe einer Übersichtskarte der Insel unseren Tag selbst. Der erste Halt brachte uns an die südwestliche Spitze der Insel.

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Steilküste par excellence

Auf einem Parkplatz direkt am Strand, stellten wir das Auto ab und wollten eine kleine gemütliche Rundwanderung um das Cape machen. Die frische Brise vom Meer zwang uns zum ersten Mal in Fleecejacke und Regenjacke. So eingepackt, führte uns der Weg erst einmal am Strand entlang, dann über einen Treppenabschnitt auf einen kleinen Fußweg entlang der Hochküste. Am höchsten Punkt der Insel angekommen, traten wir auf der anderen Seite des Capes unseren Rückweg und und wieder einmal waren wir viel länger unterwegs als geplant. Wir waren zwar mittlerweile warm vom langen Laufen, wir waren trotzdem froh uns zurück im warmen Van zu wissen.

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Sandwich gefällig?!

Wir entschlossen uns, dann erst einmal ein zweites längeres Frühstück einzunehmen und Christoph bereitete, in der mittlerweile herausgekommenen Sonne, leckere Sandwichs und Kaffee zu. Außerdem nutzten wir den guten Empfang um mit unserem mobilen Router endlich unsere Verkaufsanzeige für den Van online zu stellen. Wir waren schon sehr (an)gespannt, wann und wie häufig wir Anfragen bekommen würden und ob wir es wirklich schaffen würden den Van, ohne den Preis auf ein Minimum zu senken, innerhalb der kommenden 2 Wochen zu verkaufen.

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Vögel aus der Urzeit

Nachdem wir uns von der Sonne noch etwas das Gesicht hatten wärmen lassen, zog es uns an das andere Ende der Insel, dort sollte es einen schönen Lookout geben. An diesem Punkt der Insel findet jeden Abend ein riesiges Spektakel statt, wenn die Pinguine von ihrer täglichen Jagd den Weg zu ihren Nistkästen antreten. Erst wollten wir an dieser berühmten „Pinguin Parade“ auch teilnehmen, als sich jedoch herausstellte, dass man dabei mit über 500 anderen Menschen auf Tribünen sitzt, kleine unscharfe Nachtsichtgeräte bekommt und die kleinen Tiere nur aus großer Entfernung beobachten kann, strichen wir dieses von unserer Liste. Hatte aber vielleicht auch damit zutun, dass wir für den ganzen Spaß auch noch 25$ pro Person hätten zahlen müssen.

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Westlichste Spitze der Insel.

Wir bekamen dennoch Pinguine zu sehen, wenn auch nur in kleinster Form, denn in den Brutkästen saßen bereits die Babys und so können wir doch noch einen Blick auf diese kleinen putzigen Tiere erhaschen. Die westliche Küstenspitze mit Blick auf eine Seelöwen-Gruppe, leider viel zu weit entfernt um sie wirklich erkennen zu können, wurde mit langen Bordwalks durchzogen. Vorbei an steilen schroffen Felsen, wunderschönen feingliedrigen Blumenwiesen und dem lauten Rauschen der türkisenen Brandung, hatten wir am Ende des Wegs einen fantastischen Überblick über die südliche Küste der Insel.

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Entspannung.

Zurück im Auto checkten wir ob es bereits Rückmeldungen auf unsere Verkaufsanzeige gab und tatsächlich schrieben uns schon die ersten Interessenten. Wir waren wahnsinnig glücklich, natürlich hatten wir das Auto noch nicht verkauft, aber wenn Interesse bestand, hatten wir zumindest gute Chancen. Mit einem Lächeln auf den Lippen, fuhren wir noch einen Teil der schönen Westküste entlang, bestaunten an der ein oder anderen Stelle die Surfer im Wasser und endeten schließlich am nördlichsten Punkt der Insel.

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Möwe ganz nah.

Wir hatten bereits beschlossen, noch bis zum Sonnenuntergang auf der Insel zu bleiben, wollten wir am Cape, die Rückkehr der Möwen beobachten. Es hieß, dass dies ein einmaliges Erlebnis sein soll, da über eine halbe Millionen Tiere in diesem Areal ihre Nistplätze hatten. Voller Vorfreude machten wir uns auf  den Weg Richtung Parkplatz, wo wir bereits am Morgen gestanden hatten. Da die Vögel jedoch erst mit Einbruch der Dämmerung zu ihren Jungen zurückkehren würden, hatten wir noch einiges an Zeit zu überbrücken.

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Abwasch vor Ort.

Wir entschieden uns daher das Abendessen vorzuziehen und bereits vor Ort zu kochen. Während Christoph hinten am Schnippeln war, beobachtete ich wie ein großer Bus voller Asiatien auf dem Parkplatz vorfuhr. Über fünfzig Touristen, bestückt jeder mit mindestens einer Digitalkamera, liefen die wenigen Meter bis an die Düne, machten ihre Bilder und liefen wieder zurück in den Bus. Wobei… nein… ich vergaß. Die netten Damen und Herren hielten ja noch an unserem Van, bestaunten Christoph, das Auto und vor allem, dass er gerade kochte. Sie kamen teilweise bis an seine Schulter um zu schauen, was in der Pfanne brutzelte und machten sogar teilweise Bilder. Wir kamen uns schon ein bisschen vor wie im Zoo, nur dass wir die Attraktion waren. Zum Glück verschwanden die Asiaten aber genauso schnell wie sie kamen. Wir konnten also zumindest das Essen in Ruhe genießen.

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Das lange Warten.

Danach packten wir uns warm ein und machten uns auf den gleichen Weg wie schon am Morgen. Nach einem halbstündigen straffen Marsch hatten wir bereits die Befürchtung zu spät zu sein, aber entlang der Hochküste konnten wir noch keine Vögel am Horizont ausmachen. So setzten wir uns auf unsere mitgebrachte Fleecedecke und harrten aus. Es verging die erste halbe Stunde, dann die zweite. Langsam neigte sich die Sonne langsam Richtung Wasserlinie und sie zeigte einen ihrer spektakulärsten Untergänge.

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Zumindest zeigte sich eine normale Möwe.

Als es langsam dämmerte, richteten wir immer gespannter unsere Augen in den Himmel. Schließlich sollten es ja hunderttausend Vögel sein, die von der Jagd zurückkehren. Aber selbst nach weiterem endlosen Warten kam – nichts. Einfach gar nichts. Wir liefen extra noch einmal zum Hinweisschild zurück um uns zu versichern, dass wir in der richtigen Jahreszeit da waren. Es sollte aber eigentlich alles passen. Frustriert und schon etwas durchgefroren machten wir uns dann im Dunkeln zurück auf den Weg zum Parkplatz. Von dort fuhren wir noch das kurze Stück zurück zum Rastplatz der letzten Nacht hinter der Tankstelle. Da wir bereits gegessen hatten, machten wir es uns direkt im Van gemütlich und planten unsere Ankunft in Melbourne.

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