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Australien – Wilson’s Prom / Phillip Island

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Wildtiere überall

Der Tag begann später als geplant, aber das muss eben auch mal sein. Also starteten wir „erst“ um 9.30Uhr in den Tag und fuhren mit dem Auto in den Nationalpark hinein. Diesen muss man durch ein Gate betreten und ist zum Glück für die Tagesnutzung kostenfrei.  Bereits kurz nach dem Passieren des Eingangs und auf dem Weg ins Innere der Halbinsel, verrieten uns die vielen Hinweisschilder, dass es hier viele Wildtiere geben muss.

australien_wh3a4947Als wir einen der ersten Parkplätze passierten, entdeckten wir sogleich zwei große Emus die neben der Stellfläche nach Essen suchten. Wir bestaunten aber auch, dass manche Menschen wirklich keinen Respekt vor einem natürlichen Abstand zu Wildtieren haben. So versuchten einige Hobbyfotografen den Tieren so nahe zu kommen, dass diese flüchteten. Aber anstatt die Reaktion der Emus zu akzeptieren, wurde ihnen auch noch hinterhergelaufen. Wir können das einfach nicht verstehen.

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Kängurus mit netten Halsbändern.

Nachdem wir  aus der Distanz diese großen Tiere beobachteten, entdeckten wir, dass wir sogar bereits an unserem Startpunkt für die erste Wanderung angekommen waren. Wir konnten also unseren Van direkt stehen lassen und machten uns auf zum „Wildlife Track“. Wir waren gespannt was uns hier erwarten würde. Und tatsächlich machte der Wanderweg seinem Namen alle Ehre, bereits nach wenigen Metern im Busch konnten wir die ersten Kängurus entdecken. Noch während wir die grasenden Tiere beobachteten, hörten wir plötzlich ein Surren über unserem Kopf. Aus dem Augenwinkel sahen wir einen weißen-schwarzen Vogel auf uns zu stürzen. Er griff uns wirklich an, sauste nur wenige Zentimeter an unserem Kopf vorbei um nach einem hohen Bogen über uns, wieder zurück zu kommen. Wir funktionierten kurzerhand den Schal zu einem Abwehrpropeller um und marschierten strammen Schrittes weg von dem Angreifer. Wir vermuteten, dass wir womöglich zu nah an sein Nest gekommen waren und er verfolgte uns auch noch einige Zeit. Während wir flüchteten, steckten immer wieder Kängurus ihre Köpfe entlang des Weges heraus.

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Squeeky Beach

Nur eine Stunde dauerte der Weg und so fuhren wir, zurück am Auto angekommen, weiter über die Insel. Ein paar Kilometer weiter, machten wir einen erneuten Halt, um uns vom sogenannten „Squeky Beach“ selbst zu erzeugen. Man sagte uns, wenn man barfuß übenden Sand gehen würde, würde dieser ganz laut quietschen. Trotz der kühlen Temperaturen wollten wir es uns nicht nehmen lassen, dies selbst zu testen, brauchten wir dann aber gar nicht, es quietschte sogar mit Schuhen an. Wir entschieden uns, einen kurzen Spaziergang zu machen und über, unter bzw. zwischen den großen Granitfelsen, die sich direkt am Meer befanden, zu laufen.

australien_wh3a5005Doch auch von hier zog es uns bald wieder weg, wollten wir noch eine längere Wanderung machen, während derer wir schöne Aussichten über die Insel genießen konnten. Wie so oft bestritten wir die Tour ganz alleine und konnten schöne Inlands- sowie Küstenblicke bewundern. Auf und ab brachte uns der Weg, abwechslungsreich wie Australien uns bisher darbot, war auch der Weg. Zwischen dichten Wäldern mussten wir auf den Gipfel fast schon klettern, um dann auf hölzernen Stegen auf offenen Feldern entlang zu wandern.

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Aussicht auf den einzigen Ort der Insel.

Wir genoßen die Ruhe der Natur, bis wir schließlich den einzigen Ort der Insel passierten und uns langsam immer mehr Menschen begegneten. Der Ort liegt wunderschön im Tal und wird von einem Fluss durchzogen. Von der Brücke die über den Fluss führt, konnte man hunderte von kleinen Krabben beobachten. Da wir nun mittlerweile aber schon einige Zeit unterwegs waren, machten wir uns auf zum letzten Anstieg, nach dessen Ende wir wieder den Van erreichten und fuhren das kurze Stück zum vorher gesehenen Ort zurück.

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Fahrt über die Halbinsel.

Dort war auch der riesige, mit über 450 Stellplätzen einer der größten Australien, Campingplatz angesiedelt. Man könnte auch eher sagen, dass der Ort aus dem Campingplatz bestand. Wir wollten dort definitiv nicht übernachten, schließlich waren die 65$ immer noch viel zu viel, aber wir hatten gehört, man könne die Duschen umsonst nutzen. Nach einer netten Nachfrage im Infozentrum, gab man uns die Auswahl zwischen mehreren Sanitärblocks. Wir hatten schon mehrere Tage keine Dusche mehr, gab es schlichtweg keine oder nur kalte, also standen wir gefühlt, mehrere Stunden unter dem heißen Wasser und befreiten uns von allem Schmutz. So neu geboren, genehmigten wir uns noch eine heiße Tasse Tee und, wer errät es, Peanutbutter Toasts.

Im Anschluss fuhren wir dann noch zum nächsten Rastplatz, ca. 1 Stunde entfernt, und kamen just in time an. Nur wenige Minuten, nachdem wir uns hinter einer Tankstelle abgestellt hatten, fing es an zu regnen. Der Rastplatz erwies sich einfach als ein großer Parkplatz, aber wir waren es mittlerweile gewöhnt. Da es nachts immer weiter auffrischte, genügte uns ein schnelles Abendessen um uns zügig unter die warmen Decken zu verziehen.

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