Weltweit zu Zweit

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Australien – Bendeela / Bodalla Park Forest

Am Morgen erwachten wir mit einem Lächeln, hatte unser Wombat uns wieder einen Besuch abgestattet und den Van zum Wackeln gebracht (nein, ist weder zweideutig noch anrüchig gemeint). Im Gegensatz zu Christoph, der bereits um 05:30Uhr das Bett verließ um wunderschöne Fotos mit dem Nebel und dem Auto zu machen, drehte ich mich noch einmal um und wartete auf seine Rückkehr. Da er ja schon im kalten Freien war, bereitete er uns auch noch das Frühstück zu und mit den ersten warmen Sonnenstrahlen machten wir es uns draußen am Tisch bequem. Leider gingen unserer Vorräte langsam zur Neige, so dass wir definitiv weiterfahren mussten. Gerne hätten wir noch mehr Zeit auf diesem Campingplatz verbracht.

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Alte Steinbrücke

Aber mit leerem „Kühlschrank“ machten wir uns auf den Weg um uns weiter unserem Ziel, Melbourne, zu nähern. Die Route führte uns mal wieder durch die einzigartige Landschaft Ostaustraliens und als wir eine alte Steinbrücke passierten, konnten wir nicht anders als zu stoppen und diese aufzunehmen. Wir sind immer wieder verblüfft vom Wechsel zwischen Alt und Neu. Denn keine hundert Meter weiter, beweisen die Australier wieder einmal ihre Kunst im Ausdenken von Straßenschilder.

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Schild zum Schmunzeln

Ein sich überschlagender Fahrradfahrer (natürlich mit Helm) und der Warnung vor Schlaglöchern. Großes Lob an die Erfinder dieser detailgenauen Darstellungen. So etwas bringt einen jedes Mal zum Schmunzeln. Und überhaupt wird auf Australiens Straßen auf wirklich alles hingewiesen. Sei es jeder Flussname, jeder Hubel, jedes Schlagloch, welche Tiere auf der Straße sein könnten und auch wo und wann geblitzt wird.

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Kleiner vierbeiniger Nachbar.

Auf der Hälfte der Strecke hielten wir ein einem kleinen Städtchen und nutzten unser Internet um endlich einmal wieder einen Blogeintrag hochzuladen. Viel zu selten haben wir Zeit, viel zu selten gib es Internet und viel zu oft, sind wir abends viel zu müde! Aber wir versuchen unser Bestes – zählt hoffentlich auch! Während ich mich mit dem Blog beschäftige, lief Christoph noch zu einem nahen Autoteilhändler und besorgte uns weiße Sprühfarbe für den nächsten Schritt in Sachen Rost. Bei seiner Rückkehr schmunzelte Christoph, hatte im Auto neben uns sich ein Auto weit aus der Laderampe gehängt um zu mir in den Fahrerraum zu schauen. Außerdem erinnerte er uns stark an unseren kleinen Leo zuhause, der schmerzlichst vermisst wird.

Nach getaner Arbeit, fuhren wir noch zur nächsten Einkaufsmöglichkeit und da es wie so oft mehrere Anbieter nebeneinander gibt, entschieden wir uns für das Bekannteste – Aldi. Nachdem wir all unsere Vorräte so wieder auffüllen konnten, staunten wir auch nicht schlecht, dass es hier Alkohol gab. Im restlichen Australien, trennen sie strikt die Lebensmittelläden und reine Alkoholläden. Wir entschieden uns, nach so langer Abstinenz einen Rotwein aus Australien zu probieren. Am Abend sollte dann getestet werden. Also auf zurück ins Auto und zum kleinen kostenlosen Rastplatz den wir uns vorab ausgesucht hatten.

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Wein, Weib und Gesang.

Er liegt etwas abseits der Straße, inmitten eines dichten Waldes. Uns gefiel die Anordnung der Stellplätze auf unterschiedlichen Ebenen. Nachdem ein schöner Platz ausgesucht wurde, machten wir uns auf den Weg Feuerholz zu sammeln. Endlich konnten wir mal wieder Lagerfeuer machen und dazu waren wir früh genug da, um im Tageslicht noch eifrig zu suchen. Nachdem alles Holz klein gemacht und die Feuerstelle mit genügend Steinen abgesichert war, wurde das Abendessen zubereitet. Bei Kerzenschein öffneten wir auch die Flasche Rotwein und er schmeckte herrlich. Ob es sich dabei wirklich um eine gute Flasche handelte oder wir einfach nach solch langer Zeit alles gut fanden, spielte in diesem Moment keinerlei Rolle. Mit dem inzwischen entfachten Lagerfeuer neben uns, waren wir einfach nur glücklich bis in jede Faser unserer Körpers. Wir stellten wieder einmal fest, wie gerne wir auf diese Art reisen und dass wir das nach unserer Rückkehr gerne auch öfters in der Heimat machen wollen.

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Die kleinsten Dinge können manchmal die größten Freuden bereiten.

Später am Abend wollte ich endlich etwas ausprobieren, dass ich, soweit ich mich erinnere, noch nie probiert hatte – Stockbrot. Ich rührte nach gut dünken einen Teig an verfeinerte ihn noch mit Knoblauch und Kräutern. Christoph suchte in der Zwischenzeit geeignete Stöcke und schnitzte diese zurecht. Voller Spannung und Vorfreude rollten wir einen Teigfladen auf den vorbereiteten Ast und hielten ihn übers Feuer. Bei den ersten Versuchen müssen wir schon zugeben, mussten wir noch dazu lernen wo die Glut die beste Hitze hatte und wie oft man den Stock drehen musste, aber sie schmeckten großartig. Dazu immer mal wieder ein Schlückchen Wein und so endete der Abend damit, dass wir vollgefuttert und auch ein bisschen angetrunken ins Bett fielen. Dabei stellten wir wieder fest, wie wohl wir uns in unserem umgebauten Van fühlten und dass wir mit dem Kauf alles richtig gemacht hatten. Und mit diesen Gedanken konnten wir dann auch wunderbar schlafen gehen.

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