Weltweit zu Zweit

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Australien – Hughenden / Mount Garnet

461km / 2.993km

Wir konnte er wohl starten der Tag? In aller Frühe! Wir hatten zwar nicht ganz so viele Kilometer vor uns wie die letzten Tage zuvor, aber wir wollten entlang der Strecke einige interessante Punkte besuchen. Wir tankten noch schnell, erstaunlich günstig für nur 1,05$ und fuhren nun nach Norden Richtung Cairns. Um diese Uhrzeit war noch kaum jemand unterwegs und die Straße war endlich etwas abwechslungsreicher mit vielen Kurven und einigen Steigungen- geht doch.

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Fotograf in Aktion.

Am Porcupine George, dem sogenannten kleinen Grand Canyon, legten wir unseren ersten Stop ein. Atemberaubend schön erstreckte sich vor uns der Canyon und die noch tief stehende Sonne erreichte nicht einmal den Grund. Die ersten Kakadus lassen sich durch die Lüfte treiben. Es war ein herrlicher Anblick und wir ließen uns die  ersten wärmenden Sonnenstrahlen auf das Gesicht scheinen. Nach einigen (zig) Fotos und einem kurzen Gourmet Frühstück „Toast mit Peanutbutter“ starteten wir erneut den Motor.

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Gravel Road so weit das Auge reicht.

So fuhren wir eine Zeit lang still vor uns her, bis plötzlich die geteerte Straße vor uns endete und ein großes Schild mit „Gravel Road“  darauf noch in Wörter fasste, was wir vor uns sahen: eine bis an den Horizont reichende rote Schotterpiste. Auf den ersten Metern freuten wir uns noch, würden wir nun endlich auch eine dieser für Australien typischen roten Outback-Pisten fahren. Nach den ersten hundert Metern schwenkte unsere Stimmung jedoch. Mit unserem Van (man muss nicht erwähnen, dass er keinen Allradantrieb hat oder über besonders gute Stoßdämpfer verfügt) war diese Art von Straße die Hölle. Wir fuhren mit nur 20 bis maximal 40km/h und es schüttelte nicht nur uns, sondern gleich den kompletten Ausbau mit durch.
Uns entgegen kamen in der Zeit nur zwei andere Wagen, natürlich Allrad-Jeeps die mit einem Affenzahn (zumindest gefühlt) an uns vorbei preschten. Die dachten sich wohl auch ihren Teil als sie uns mit dem Van die Piste entlang juckeln sahen. Aber gut, nach einigen Kilometern kam die geteerte Straße wieder und so konnten wir wenigstens behaupten, dass wir das auch mal gefahren waren. Aber es sollte alles ganz anders kommen….

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Da kündigt sie sich schon an… die „rote Piste“

Schon nach wenigen Kilometern kam sie wieder – die Gravel Road. Und so ging es dann immer und immer weiter. Ein kurzes geteertes Stück und viele viele Kilometer unbefestigte Straße. Noch nie auf unserer bisherigen Reise waren unsere Nerven so stark strapaziert worden. Im Auto war es mittlerweile brühend heiß geworden, denn Fahrtwind gab es ja nicht. Unter uns der rote Sand, der sich durch jede Ritze zwängte und dann ein Schlagloch nach dem nächsten. Jedes Mal wenn eine normale Straße vor uns erschien hofften und bangten wir… „War es das jetzt? Kommt da noch was? Was ist wenn das die nächsten 200 Kilometer so weitergeht? Hoffentlich machen unsere Reifen das mit. Wir sind zumindest Selbstversorger sollten wir eine Panne haben.“

Wir waren zwischen Hoffen und Bangen. Immer wieder checkten wir die Strecke auf unserem Routenplaner um womöglich erkennen zu können, ob diese Schottenpiste irgendwann ein Ende hat. Um es in Zahlen auszudrücken: Wir haben für 270 Kilometer Wegstrecke über 7 Stunden gebraucht. S-I-E-B-E-N!!! Und das bei 35° Grad Hitze und einer staubtrockenen Luft. Wir waren fertig. Wirklich. Als endlich eine Tankstelle auftauchte die denn Beginn normaler Straßen ankündigte, fielen uns Zentner von den Schultern.

Rückblickend war es natürlich eine unvergessliche Erfahrung, aber es hätten auch 5 Kilometer unbefestigte Straße gemacht um sich daran noch lange zu erinnern.

Im Anschluss an diesen Höllenritt machten wir uns endlich daran die ursprünglich geplanten Dinge zu besichtigen. Unter anderem wollte Christoph einen der längsten Lavaströme anschauen die es in der Umgebung gab. Als wir jedoch dort ankamen, erfuhren wir, dass es nur per geführter Tour möglich ist dieses Naturschauspiel zu bewundern. Da dies wiederum bedeutet hätte, auch dort über Nacht zu bleiben, entschieden wir uns direkt weiterzufahren. Die Deutschen Insassen von dem benachbarten Fahrzeug – hatten wir schon erwähnt, dass es hier mehr Deutsche als Australier gibt – erzählten uns von einer kostenlosen Raststätte 100km weiter nördlich, in Richtung Cairns. Da die beiden berichteten, dass es laut Wiki-Camps (einer unerlässlichen App hier in Australien für Camping) dort auch kostenlose Duschen gab, entschieden wir uns da auch auch hin zu wollen. Zu verlockend war die Vorstellung endlich den Staub loszubekommen. Und tatsächlich, über eine Stunde später erreichten wir die BP-Tankstelle und dahinter verbarg sich ein kleiner grüner Streifen mit kostenlos nutzbaren Sanitäreinrichtungen.

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Endlich angekommen.

Man muss wohl nicht extra erwähnen wie platt wir nach über 10 Stunden Fahrt und der besonderen Beschaffenheit der Straße waren. Wir genehmigten uns also noch eine heiße Dusche, ein schnelles Pasta Essen und verschwanden dann auch schon in unserem geliebten Bett. Genug für heute… morgen wartet ja auch schon ein neues Abenteuer auf uns.

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