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Australien – Mataranka/ Devils Marbles

689km /  1.242km

Wieder einmal erwartete uns ein langer Tag. Laut den Kilometern, der längste bisher. Da wir im Durchschnitt nur 80km/h fahren, dauert alles seine Zeit. Aber erstens haben wir diese und außerdem frisst unser Van sonst einfach zu viel Sprit. Da wir bisher noch keine Vorhänge im Inneren angebracht hatten, fiel es uns auch nicht sonderlich schwer mit Tagesanbruch aufzubrechen. Wir wollten an diesem Tag noch weiter in den Süden, noch tiefer ins Outback fahren. Wir hatten uns vorher gut informiert an welchen Punkten eine Tankstelle zu finden ist, das mit dem Tank sollte also keinerlei Probleme machen. Da wir uns vorab entschieden hatten, nicht noch tiefer in den Süden, zum berühmten Ayers Rock zu fahren, wollten wir zumindest einen kleinen Umweg von 200km in Kauf nehmen um die Devil’s Marbles oder auch bekannt als Karlu Karlu (Karlu = rundes Objekt) anschauen zu können. Dabei handelt es sich um eine heilige Stätte der Aborigines in der australischen Wüste. Nach deren Überlieferung handelt es sich bei den Felsen um die Eier der Regenbogenschlange aus der Traumzeit. Tiefergehende Bedeutungen sind nicht bekannt, da die Rituale und Geschichten der Aborigines Außenstehenden nicht zugänglich gemacht werden. Geologisch gesehen entstehen die „Murmeln“ durch Verwitterung und Erosion. Dies geschieht an vielen Orten der Welt, allerdings befinden sich an keinem Ort der Erde derart gehäuft rundverwitterte und sehr großen Felsen wie hier. Das Gebiet umfasst einige tausend dieser runden Granitfelsen.

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Einer der vielen Fotostops

Auf unserem Weg dorthin wird die Landschaft immer karger, das Klima rauer und der Verkehr nimmt tatsächlich noch weiter ab. Da es in dieser unbesiedelten Gegend auch keinen Radio Empfang gibt, tat die Stille noch ihr übriges zu dem Gefühl ganz allein auf der Welt zu sein. Dennoch bietet die Aussicht viel Potenzial für Fotos, so dass wir in regelmäßigen Abständen am Seitenstreifen anhalten, damit Christoph rausspringen kann. Ab und an, fahren wir auch einfach mittig für ein gelungenes Bild. Kommt ja keiner…

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Waldbrand hautnah

An einem Teilabschnitt sehen wir schon in der Ferne dunkle Rauchschwaden im Himmel und denken uns noch, dass es sich wohl um ein Buschfeuer irgendwo im Hinterland handeln muss. Einige Kurven später, übrigens sehr sehr selten, dass die Straße mal nicht hundert Kilometer gerade aus geht, mussten wir jedoch feststellen, dass der Brand direkt an der Straße war. Wie so oft, hielt ich am Straßenrand, damit Christoph das Gesehene in einem Bild festhalten konnte. Wir fragten uns noch, ob wir das Feuer melden müssten oder ob es vielleicht auch absichtlich gelegt wurde. Als uns jedoch einige australische Autos entgegenkamen und diese in aller Seelenruhe daran vorbei fuhren, entschieden wir uns das selbe zutun.

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Sonnenuntergang genießen inmitten der Murmeln.

Gerade rechtzeitig zum malerischen Sonnenuntergang erreichten wir die Stein-Landschaft. Bereits jetzt waren wir froh darüber, dass wir uns für den Umweg entschieden hatten. Der Anblick dieser riesigen runden Felsformationen war atemberaubend und unvergesslich zugleich. So etwas hatten wir noch nie gesehen. Als sich noch herausstellte, dass der Campingplatz inmitten dieser Landschaft liegt, hatte es sich auf jeden Fall gelohnt.

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Großer Van ganz klein.

Wir hatten Glück und konnten noch einen Stellplatz nur einige Meter neben einer Steinformation ergattern. Wir ließen noch schnell unseren Gaskocher an, machten uns eine leckere Portion Spagetti und beobachteten wie die letzten Sonnenstrahlen hinter den Felsen verschwand. Danach begann die sprachlose Phase, denn der Sternenhimmel kam langsam zum Vorschein. So etwas hatten wir beide, selbst beim Segeln, noch nie gesehen. Ein Meer an Sternen… tausende… wirklich Abermillionen von Sternen. Wir hatten das Gefühl das Universum zum ersten Mal dreidimensional wahrnehmen zu können. Es war atemberaubend und eigentlich nicht mit Worten wiederzugeben. Als alle Lichter unserer Nachbarn verloschen waren, hat Christoph versucht, dieses spektakuläre Himmelsbild in einem Foto festzuhalten. Ob es ihm gelungen ist, könnt ihr selbst beurteilen.

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Unser Van unter dem Sternenhimmel

Mit diesem traumhaften Blick aus unserem Van und eingepackt in alle Decken die wir zur Verfügung hatten, es hatte merklich abgekühlt im Outback, fielen wir  in einen wohligen Schlaf. Wir freuten uns auf ein weiteres Abenteuer am nächsten Morgen.

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3 Kommentare

  1. Michael 16. Oktober 2016

    Super Beschreibungen
    Mehr Fotos?.

  2. Michael 16. Oktober 2016

    Wollte mich auch mal zu Wort melden -euer Bericht und die Photos -einfach Spitze!!! Weiter so, ich freu mich drauf 🙂

  3. Michael 16. Oktober 2016

    Irgendwie klappt das bei mir nicht so richtig sorry Mama

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