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Indonesien – Gili Meno

Mal wieder trieb es uns noch in der Dunkelheit aus dem Bett um unseren Flieger nach Denpasar (Bali) rechtzeitig zu erreichen. Schon wieder fliegen? Wir hatten die Wahl zwischen einer 21-stündigen Fahrt mit Zug, Bus und Minibus oder einem 1-stündigen Flug der uns fast das Gleiche kostete. Wir mussten demnach nicht lange überlegen und entschieden uns für die schnellere Variante.

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Das nennen wir mal ein Eingangstor (Flughafen).

Der Anflug auf den Flughafen in Bali war der „extremste“ den wir bis jetzt hatten. Die Landebahn hat man nämlich auf der schmalsten Stelle einer Landenge erbaut und beim Blick aus dem Fenster sieht man bis wenige Sekunden vor der Landung nur Meer. Man hat das Gefühl, als wenn es keine andere Möglichkeit gäbe als wenn das Flugzeug gleich eine Wasserlandung machen würde. Glücklicherweise ging aber alles gut 🙂

Kaum aus dem Flughafen in Bali heraus, ging der Spaß mit unserem weiteren Transport los. Wir hatten uns im Internet zwei Tickets für ein Boot gekauft welches uns vom Fähranleger im Osten von Bali auf die benachbarten Gili-Inseln bringen sollte. Inklusive war der Transfer vom Flughafen aus. Bis dahin hatte uns aber niemand mitgeteilt von wo unser Bus abfahren würde. Nach einigem Hin und her, noch mehr Nachfragen, einem Telefonat und einer klärenden Whats App Nachricht hatten wir dann aber letztendlich unseren Fahrer endlich gefunden. Nach über einer Stunde kamen wir in Padang Bay an, um unsere Überfahrt auf die Gili Inseln zu starten. Typisch indonesisch gestaltete sich das weitere Prozedere eher chaotisch und undurchsichtig: Mit Aufklebern auf der Brust mit der Auskunft über unsere Zielinsel, warteten wir mit gefühlt tausend Menschen am Strand auf irgendeine Art von Zeichen, welche Fähre abfahrtbereit ist, doch es verzögerte sich alles um mehrere Stunden.

Dann endlich auf der „Fähre“, einfach ein mittelgroßes Boot mit 6x 150PS Außenbordern, konnten wir uns glücklicherweise einen Platz am Fenster ergattern (man weiß ja nie mit Seekrankheit und so) und hatten mal wieder das Glück neben einem sehr interessantem Menschen zu sitzen. Der besagte Mann kam nämlich ursprünglich aus Montreal, lebte dann eine Zeit in Paris wo er seine Frau kennenlernte, um anschließend mit den Kindern in San Francisco zu leben und nun seit kurzem mit der ganzen Familie auf Bali zu wohnen. Für uns das spannendste jedoch war nicht unbedingt seine Abfolge an Wohnorten, sondern sein Beruf. Er arbeitete als Lehrer tatsächlich an der berühmten „Green School“. Diese Schule wollten wir schon im Vorhinein besichtigen, denn dort findet seit einigen Jahren ein einmaliges Projekt statt: Kinder aus über 20 Nationen werden in einer völlig natürlichen Umgebung nicht nur nach außergewöhnlichen, modernen Methoden unterrichtet und auch wörtlich verstandene Nachhaltigkeit gelehrt, sondern leben diese dort auch. Aber vor allem aus architektonischer Sicht ist dieses Projekt für uns von besonderem Interesse. Alle Häuser auf dem Areal sind komplett aus Bambus errichtet und der damalige Erbauer sah es als ein Versprechen an die Kinder, da es ein nachhaltiges Material ist, das nicht ausgeht.
Für Interessierte: Bambus hat die Zugfestigkeit von Stahl und die Druckfestigkeit von Beton. Dabei ist es so leicht, dass es von wenigen Männer getragen werden kann.

Die Überfahrt ging bei einem solch interessanten Gespräch vorbei wie im Flug und nach ca. zwei Stunden legten wir an der größten der drei Gili Inseln an, Gili Trawangan. Vor uns erstreckte sich bereits das Paradies: türkisfarbenes Wasser, pudriger weißer Sandstrand und ein Blick auf die Nachbarinsel Gili Meno (unser Ziel). Die insgesamt drei kleinen Sandinseln in der Balisee, vor der Nordwestküste der indonesischen Insel Lombok, liegen jeweils nur wenige Meter über dem Meeresspiegel und liegen so nah beieinander, dass man meinen könnte von einer zur anderen schwimmen zu können. Leider hatten wir bereits die lokale Fähre zu unserer Insel verpasst und mussten auf ein Fast Boat zurückgreifen. Bedeutete dann: 4 Minuten Fahrt für 10 €. Man weiß dort eben wie man Geld verdient.

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Unser Häuschen.

Auf unserer Insel angekommen, wussten wir bereits, dass wir das kurze Stück zur Unterkunft zu Fuß zurücklegen würden, da das einzig verfügbare Transportmittel auf der Insel Pferdekutschen sind und wir beide uns sofort einig waren, dass wir das nicht unterstützen wollen. Den Pferden geht es vergleichsweise sicher gut, aber wenn man sieht, dass unter der Aufhängung der Kutsche wunde Stellen aufblitzen, möchten wir uns nicht vorstellen wie sich das Pferd beim Ziehen eines vollbeladenen Anhängers quält. Aber es standen uns auch lediglich 20 Minuten Fußmarsch bevor um einmal auf die andere Seite der Insel zu gelangen – ja so klein ist die – und waren vollends begeistert als wir unser Häuschen für die kommenden 5 Tage bezogen. Ein kleines aber feines Holzhaus mit offenem (also gen Himmel) Badezimmer im hinteren Bereich – klasse.

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Traumhafter Sonnenuntergang

Nach einer kleinen Verschnaufpause und dem Abspülen des gesammelten Schmutzes, waren wir ja schon ca. 15 Stunden unterwegs, machten wir uns schnurstracks Richtung Strand auf. Genau im richtigen Moment, die Sonne ging nämlich gerade unter und es bot sich ein Blick den wir nie vergessen werden: Im Vordergrund die Nachbarinsel Gili Trawangan, dahinter das Festland von Bali mit den zwei höchsten Vulkanen als Silhouette. Einfach traumhaft.

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Einsam am Strand.

Über die nächsten Tage können wir (leider) nicht viel erzählen, verbrachten wir sie einfach in unserem persönlichen Paradies mit einer Mischung aus schnorcheln, lesen, die Insel umlaufen oder einem kleinen Nickerchen unter einer Palme am weißem Sandstrand. Das Wasser so klar und türkis, dass man meint jemand hätte einen Filter drüber gelegt. Wobei vor allem das Schnorcheln ein unvergessliches Erlebnis bleiben wird: vom Strand aus startend, hatten wir nach wenigen Minuten die Gelegenheit mit mehreren Schildkröten zu schwimmen und ihnen ganz nah zu kommen.

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Ausklang des Tages.

Auch wenn die Preise auf der kleinen Insel vergleichsweise hoch waren, genoßen wir diese Zeit ganz intensiv. Schließlich wird man im Leben nicht nochmal eine Insel mit nur wenigen anderen Touristen teilen. Alleine das abendliche Ausklingen des Tages in bunten Sitzsäcken nur wenige Meter vom Meer entfernt mit dem Sonnenuntergang vor Einem, guter Lounge-Musik hinter uns und ab und an sogar mit einem kühlen Bier in der Hand – was will man vom Leben eigentlich mehr?!

Gegen Ende unseres Aufenthalts drehte sich dann innerlich alles immer mehr um eines: Die Ankunft von zwei unserer Herzensmenschen aus der Heimat. Franzi und Harry würden bald in Bali landen und fast zwei Wochen mit uns verbringen. Unsere Vorfreude wuchs täglich, so viel Heimat hatten wir seit knapp 2 1/2 Monaten nicht mehr und dazu noch die Begeisterung darüber, so eine lange Zeit an einem Ort zu sein. Kein ständiges Ein- und Auspacken mehr. Hatten wir uns nämlich für die gemeinsame Zeit für eine kleine aber feine „Villa“ mit Pool entschieden!

Wir zählten zum Schluss nicht nur Tage, sondern auch Stunden. Konnten wir es doch kaum fassen, dass wir die beiden bald wiedersehen würden.

Edit: Da sich gestern auf genau der selben Route ein tragisches Unglück auf einem Boot ereignet hat, möchten wir jegliche Sorgen vorbeugen. Wir waren dort vor einer Woche! (17.09.2016)

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