Weltweit zu Zweit

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Singapur – Singapur

Nach unseren Tagen auf Tioman ging es per Bus Richtung Singapur. Leider waren wir bei unserer Ankunft am Busbahnhof gerade ein paar Minuten zu spät um den direkten Bus zu bekommen. Übrig blieb uns dann, wie vielen anderen Backpackern auch, nur der etwas später abfahrende Bus in die Stadt Johor Bahru direkt an der Grenze zu Singapur.
Kaum aus dem Bus ausgestiegen, kamen uns schon die ersten Menschen entgegen gelaufen und fragten uns wohin wir wollen würden. Sie teilten uns mit, dass wir uns einfach in die Schlange vor uns stellen müssten um nach Singapur zu kommen. Gesagt getan, warteten wir, etwas skeptisch, eingereiht in eine riesige Wartereihe für… ja… wussten wir auch nicht so genau. Aber nach fünf Minuten fuhr ein Bus vor und wir ließen uns von der Menge einfach mit hineinschieben. Dann ging alles recht chaotisch zu: wir fuhren (wohl) Richtung Grenze, steckten jedoch plötzlich im Stau fest. Dann öffnete der Busfahrer einfach die Türen und wir dachten uns, gut wenn alle aussteigen, einfach mal hinterher. Wir fanden uns nach einem kurzen Fußmarsch, zwischen all den Bussen und Autos, an der Passkontrolle wieder. Erfolgreich durchgelaufen, hatten wir keine Ahnung mehr wo wir hin mussten. Es gab nur die Auswahl zwischen Bus Gate A und B. Gottseidank rettete uns eine malaysische Frau und nahm uns unter ihre Fittiche. Herzlich begleitete sie uns bis nach Singapur, denn die kommende halbe Stunde war eine reinste Verwirrung. Wir mussten nach der ersten Passkontrolle wieder zurück in den Bus in dem wir vorab waren, weitere fünf Minuten fahren, wieder aus dem Bus heraus und rein in das Transitgebäude. Dort mussten wir unsere Fingerabdrücke hinterlassen, Pässe zeigen und unseren Aufenthaltsgrund angeben und dann waren wir endlich in Singapur. Nach einigem Hin und Her mit den Bus-Zuweisern, standen wir dann auch irgendwann in der richtigen Schlange. Dort trafen wir drei deutsche Mädels wieder, die vorab mit dem gleichen Bus an die Grenze gereist waren. Da sie noch kein Geld gewechselt hatten und im Irrglauben waren, sie könnten noch mit malaysischen Ringgits zahlen, nahmen wir sie kurzerhand mit und bezahlten für sie die Tickets. Nach einer schier endlos erschienenen Fahrt kamen wir endlich an unserem Hostel an. Es war und wird wohl das teuerste Hostel bleiben, was wir besuchen werden und dennoch war es für Singapurer Verhältnisse sogar einer der günstigeren Alternativen. Obwohl uns die Atmosphäre dort direkt super gut gefallen hat, bleibt unser Aufenthalt leider sehr anonym und obwohl oder gerade weil wir ein 10-Bett Zimmer bewohnten, kamen wir mit niemandem ins Gespräch. Dachten wir morgens in Tioman noch, wir wären ja ach so früh in Singapur, mussten wir feststellen, dass es bereits 22 Uhr war. Wir „gönnten“ uns also noch die Rambutans (asiatische Lychee) die wir zum Check-In bekommen hatten und gingen, völlig erschlagen von der langen Reise, ins Bett.

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Endlich ein guter Kaffee!

Am frühen Morgen überraschte uns das Badezimmer mit einer, über die komplette Länge der Waschbecken, „fehlenden“ Wand, so dass wir beim Zähneputzen in die Nachbarschaft schauen konnten. Nach einem tollen Frühstück mit frischen Früchten und, zu Christophs Überraschung, einem tollen Kaffee aus einer Siebträgermaschine, machten wir uns zu Fuß auf den Weg. Unsere erste Tour führte uns durch Little India, einem wuseligen, bunten, lauten Stadtteil der uns vor allem durch die bunte Architektur begeisterte. Danach wollten wir zur berühmten Orchard Road. Dort findet man eine Shopping-Mall nach der Anderen und für jeden Geldbeutel gibt es tausend Shops. Wir beide hatten gehofft so schnell nicht mehr zum Shoppen aufbrechen zu müssen, doch meine erst in Kuala Lumpur gekauften Flip-Flops hatten tatsächlich schon ihren Dienst aufgegeben. Außerdem hatten wir einige Tage zuvor festgestellt, dass Christophs Leidenschaft für die Fotografie unseren Speicherplatz auf dem Laptop drastisch beeinträchtigt. Also musste eine Festplatte her. Und damit wir in Zukunft noch zuverlässiger Blogeinträge hochladen können, hatten wir uns entschlossen einen mobilen Router zu kaufen.

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Ein Biss Zuhause.

Im Anschluss an den Shopping-Marathon wollten wir uns einen kleinen Snack gönnen und konnten es kaum fassen was wir in der Auslage einer Bäckerei gefunden haben – Franzbrötchen! Natürlich gleich mal eins gekauft und hat tatsächlich (fast) wie das Original geschmeckt.
Wir hatten am Ende des Tages und einem fetten Minus auf dem Konto wieder mal viel zu viel Strecke zu Fuß zurückgelegt und fielen  zurück im Hostel todmüde ins Bett.

Auf dem Hinweg zur Orchard Road wären übrigens wir beinahe Gefahr gelaufen, verhaftet zu werden. Unser Navi schlug uns einen Fußweg durch einen Park mitten in Singapur vor. Da wir uns bereits auf die Abkühlung im Wald freuten, wollten wir beinahe über eine Schranke klettern die uns kurzerhand den Weg versperrte. Es stellte sich heraus, dass es eine vernünftig deutsche Entscheidung war, das nicht zutun. Dieser Park ist nämlich militärisch gesichert, da dort die Residenz des Staatspräsidenten steht. Noch später mussten wir schmunzeln bei der Vorstellung es hätte Schlagzeilen wie „Zwei Touristen werden in Singapur beim Versuch im Park des Staatspräsidenten zu picknicken verhaftet“.

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Universal Studios auf Sentosa.

Nachdem wir viel Zeit in Singapur für die weitere Planung geopfert hatten, konnten wir aber noch die Zeit finden um Sentosa Island zu besichtigten. Eine Insel gespickt mit einem Vergnügungspark, Hotels, Restaurants, Museen und einigen Strandabschnitten. Nachdem wir uns bei den heißen Temperaturen über die gesamte Insel geschleppt hatten, gönnten wir uns eine Pause am wirklich überraschend schönen Strand. Er bietet eine einmalige Kulisse auf den zweitgrößten Hafen der Welt. Wenn man weiß, dass dieser hauptsächlich als Umschlaghafen genutzt wird, erklärt das die über hundert wartenden Frachter auf See. Auf unserem späteren Weiterflug sollten wir noch einmal einen unvergesslichen Blick auf dieses Spektakel bekommen.

Auf unserem Rückweg von Sentosa zu unserem Hostel machten wir noch einen Zwischenstopp am weltberühmten Gebäude „Marina Bay Sand“ und den „Super Trees“. Da es bereits dunkel geworden war, kamen wir in den Genuss eines tollen Lichterfests  und waren sprachlos über projizierte Bilder auf Wasserfontänen. Auch Singapur will sich wohl mit Superlativen nicht zurückhalten.

Den letzten Abend in Singapur durften wir erfreulicherweise mit einem dort wohnenden Bekannten verbringen. Wir hatten das Privileg einer privaten Stadtführung und eines typisch singapurischen Essens an einem der vielen Food-Corner unter freiem Himmel mit Blick auf den Hafen. Es war ein toller Ausklang für unseren Aufenthalt auf Singapur. Wir empfanden Singapur als wunderschöne Stadt die einen tollen Mittelweg zwischen Moderne und Kultur findet. Wir hoffen eines Tages wiederkommen zu können. Vielleicht ja als einer der Millionäre die 30% der Bevölkerung ausmachen 🙂

Unser nächstes Ziel stand so gar nicht auf unserer Liste. Eigentlich wollten wir nur recherchieren wie wir mit dem Zug von Jakarta nach Yogyakarta kommen und – schwups – hatten wir einen Flug nach Medan (Sumatra) gebucht um einen Dschungel-Trek zu frei lebenden Orang-Utans zu machen. Wir sind super gespannt was uns erwartet und hoffen, dass sich die Zusatzkosten bezahlt machen.

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