Weltweit zu Zweit

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Malaysia – Perhentian Islands

Bereits am Tag vor unserer Abreise aus den Cameron Highlands hatten wir uns ein Busticket auf die Perhentian Islands (an der Ostküste) gekauft und man teilte uns mit, dass wir doch bitte ab 07.40Uhr in der Hotellobby auf den Bus warten sollten. Wir waren zwar skeptisch, dass diese Uhrzeit in irgendeiner Weise eingehalten werden kann, schließlich fuhr der Bus offiziell um 08.00Uhr ab und das ein Dorf vorher. Aber die pünktlichen Deutschen saßen dann natürlich trotzdem schon ab 07:30Uhr zur Abfahrt bereit da. Der Minibus kam natürlich mit der malaysischen halben Stunde Verspätung, aber dann konnte es endlich losgehen. Nach der fünfstündigen Tour einmal quer durch Malaysia kamen wir am Fährhafen an. Nach anfänglichem Chaos und Trubel saßen wir dann endlich auf unserer „Fähre“ welche sich in Wahrheit als Speedboat herausstellte. Keine 10 Meter hinter der Mole, oder eher schon ein paar Meter davor, legte der Kapitän den Gashebel um und das Boot macht seinem Namen alle Ehre. Zwei Mal 150PS Motoren ließen das Boot über das Wasser schießen und man versuchte alles festzuhalten was nicht Niet- und Nagelfest ist. Da wir als letztes an unserem Strand abgesetzt wurden, kamen wir in den Genuss einer kostenlosen Inselrundfahrt. Schon aus der Ferne sahen wir einen fast einsamen Strand und türkisfarbenes Wasser. Als der Fahrer uns zu verstehen gab, dass das unser Ziel sei, strahlten wir bis über beide Ohren. Das Absetzen war zwar noch mal etwas abenteuerlich, da man einfach ins knöcheltiefe Wasser hüpft, aber bei über 35°C sind wir sogar eher dankbar für die kleine Abkühlung.

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Outdoor Dusche

Das Camp wirkt auf den ersten Blick unfassbar maritim und liebevoll eingerichtet. Camp? Ja, wir hatten uns für die kommenden vier Nächte entschieden zu zelten… im Dschungel… bei 35°C…. jeder Menge Mosquitos… keinem Internet… einer Stunde Strom am Tag… Aber wer nicht wagt der nicht gewinnt – dachten wir uns.
Die Anlage war super sauber und der Strand war einfach nur ein Traum. Lediglich unser Zelt erwies sich als kleine Herausforderung, da zwei Matratzen und zwei große Rucksäcke nur schwerlich genug Platz darin fanden. Da uns der Schweiß bereits nur so heruntertropfte, hatten wir auf Grund der kühlen Cameron Highlands noch lange Hosen an, entschieden wir uns sofort in unsere Badesachen zu wechseln und ins kühle Meer zu springen. Endlich konnten wir unsere Schnorchel-Ausrüstung nutzen und sie zahlte sich direkt aus als wir unseren ersten Hai sahen. Leider ist bereits viel vom Riff zerstört, wir vermuten es liegt am unüberlegten Umgang mit dem Müll und dem immer mehr zunehmenden Schiffsverkehr. Momentan gibt es noch zahlreiche Fische, jedoch befürchten wir, dass Malaysia-Besucher im kommenden Jahrzehnt keine Unterwasserwelt mehr zu sehen bekommen. An unserem ersten Abend begrüßte uns der altbekannte Monsun wieder (ob wir ihn jemals abhängen werden?!) und es zeigte sich schnell, dass Zelten definitiv auch Nachteile mit sich bringt. Alles war klamm und feucht und da es eine enorme Luftfeuchtigkeit im Dschungel hat, wurde auch in den kommenden Tagen nichts wirklich trocken. Man kann sich wahrscheinlich ein bisschen ausmalen wie es in unserem Zelt nach nur wenigen Tagen gerochen hat. Nach einer ausgiebigen Dusche unter freiem Himmel, hatten wir beschlossen uns dem Abendessen vom Camp anzuschließen. Wir waren etwas erschüttert, als es Reis mit Gemüse und Soße gab und dass zu einem horrenden Preis. Glücklicherweise lernten wir aber gleich am ersten Abend eine nette Schweizerin kennen, die uns den Tipp gab an den nächsten Strand im Norden zu laufen, dort gäbe es eine Vielzahl an Restaurants mit humaneren Preisen. Diese erste Nacht konnten wir beide nur schwer schlafen, etwas überfordert sind wir vom lauten Öko-Lärm und den ca. 3 cm dicken Matratzen.

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Morgendlicher Blick aus dem Zelt.

Am nächsten Morgen waren wir früh wach. Selbst wenn einen die fallenden Kokosnüsse, die singenden Vögel oder die aufgehende Sonne nicht wecken, treiben einen spätestens die schnell ansteigenden Temperaturen aus dem Zelt. Wir genoßen noch für einen Moment die schöne Sicht aus dem Zelt, bevor wir uns fertig machen zum Frühstücken.  Diesen zweiten Tag verbrachten wir tatsächlich nur mit Lesen, Schwimmen, Entspannen und ein bisschen Schlaf nachholen. Am Abend wagten wir es, trotz des sich androhenden Monsuns, zum Nachbarstrand zu laufen und genoßen ein günstiges, frisches und leckeres malaysisches Essen. Zurück an unserem Camping Platz trafen wir die Schweizerin wieder und fielen in eine gemütliche Unterhaltung. Wir zogen uns an eine der Plätze mit Strandblick zurück und hatten dann das Glück in erster Reihe zu sitzen als plötzlich einige Musiker aus dem Nachbarhotel auftauchten. Mit sogenannten „Hand-Pans“ verzauberte uns das junge (deutsche) Pärchen. Spontan schloßen sich noch ein Gitarrist und eine spanische Sängerin mit an und wir konnten kaum fassen, dass diese Darbietung improvisiert sein soll. Es war mittlerweile dunkel geworden und kurz bevor wir dachten der Abend könnte nicht mehr besser werden, fing hinter uns, mit freiem Blick auf das Meer, ein Feuertänzer an sich zur Musik zu bewegen – atemberaubend.
(Wir haben bisher kein gutes Internet, wir wissen nicht ob es gute YouTube Videos über Hand-Pans gibt, aber – Leute – sucht danach!)

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Füße im Sand

Der nächste Tag sollte etwas aktiver werden und so entschieden wir uns ein Kayak zu leihen. Gegen die Strömung paddelten wir entlang der Küste und schon nach kurzer Zeit merkten wir, wie die Arme immer schwerer wurden. Als wir plötzlich einen wunderschönen, fast weißen Sandstrand entdeckten, machten wir direkt Kurs darauf zu. Wir machten es uns unter einem Baum bequem, an der Ostküste hat es derzeit immer um die 35°C, da ist der Schatten die klügere Wahl. Nach einer kurzen Erholung, zog es uns jedoch wieder auf das Kajak. Trotz Brandung glückte uns das Ablegen und wir paddelten weiter. Ganz im Norden der Insel angekommen, sahen wir eine wunderschöne Bucht. Zielstrebig brachten wir das Kayak näher, um im letzten Moment zu erkennen, dass was Wasser unter uns viel zu seicht und die Brandung viel zu hoch war. Mit einigen kräftigen Schwüngen brachten wir uns wieder aufs offene Meer und entschieden uns zu einem schon passierten Strand zurück zu paddeln. Mit jetzt schon gemachter Erfahrung nutzen wir die Brandung und liefen perfekt auf den Strand auf. Etwas stolz machten wir es uns auch hier erst einmal bequem. Bis auf zwei weitere Pärchen, waren wir unter uns. Nach Abkühlung suchend, gingen wir mit unseren Schnorchelsachen ins türkisene Nass. Wir stellten zwar auch hier wieder das Korallensterben fest, jedoch gibt es noch eine größere Vielfalt an Fischen und intakten Korallen hier. Nachdem wir uns durch die Sonne wieder hatten trocknen lassen, schmiedeten wir einen Plan wie wir hoffentlich trocken durch die Brandung kommen würden. Naja, um es kurz zu machen. Hatte nicht geklappt. Wir waren zwar nicht gekentert, aber die Wellen frontal von vorne ergoßen sich über unser Kayak. Die wasserdichte Tasche für unsere Wertsachen hat sich definitiv bezahlt gemacht. Die einstündige Rückfahrt paddelten wir im perfekten gemeinsamen Rhythmus über das mittlerweile spiegelglatte Wasser – einfach wunderschön.

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Frische Kokosnuss – yammie.

Zurück am Ausgangspunkt, gaben wir unser Kayak pünktlich wieder ab und legten uns noch ein wenig in die Sonne, da wir beide noch etwas durchnässt waren. Mal wieder sollten wir Glück haben, denn plötzlich hörten wir einen Knall neben uns. Ein Mann aus dem Jemen war „eben mal“ auf eine Palme geklettert und brachte nun einige frische Kokosnüsse zum Fallen. Kurzerhand fragte er uns, ob wir nicht auch eine haben möchten. Auf dieses Angebot gingen wir natürlich gerne ein und er öffnete sie sogar für uns. So eine frische Kokosnuss hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht getrunken. Nach dieser überraschenden Erfrischung suchten wir noch das Internet-Café auf. Wollten wir doch zumindest unsere nächste Unterkunft buchen. Zufällig bot genau dieses Café auch Busfahrten an, so dass wir alles für unsere Weiterreise fix machen konnten.

An unserem letzten Abend wollten wir eigentlich aus den vollen Schöpfen und seit langem endlich wieder einen Nachtisch und leckere Fruchtsäfte ordern. Da wir jedoch vorab nicht einkalkuliert hatten, dass wir unsere Weiterfahrt vor Ort begleichen würden, fehlte uns diese „hohe“ Summe. „Einfach zum nächsten Bankautomat gehen?“ fragt ihr euch. Schön wär’s, es gibt aber keinen auf der Insel. Und  so hatten wir unsere Müh nun die letzten Ausgaben auch bezahlen zu können. Umso glücklicher waren wir dann auch am nächsten Morgen, als wir beim Auschecken unsere Rechnung für die Tage im Camp beglichen und noch genau so viel Geld übrig blieb, dass wir uns am Festland das Taxi zum Busbahnhof (mit Umweg über einen Bankautomat) leisten konnten – puh!

Wir freuen uns nun schon auf ein richtiges Bett, eine eigene Tür und hoffentlich auch wieder ein bisschen Internet um unsere geschriebenen Blog-Einträge überhaupt hochladen zu können.

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3 Kommentare

  1. Michael 20. August 2016

    Super Landschaften, super Fotos, bisher habt Ihr wohl die richtige Wahl Eurer Standorte gefunden.
    Weiter so

  2. Tina 21. August 2016

    hallo ihr lieben!

    War schön euch kennengelernt zu haben! 🙂
    übrigens habe die 2 deutschen der handpan gruppe nochmals in der anderen unterkunft getroffen und durfte an ein kleines konzert 🙂 Schöne Reise weiterhin!

    viele liebe Grüsse,
    Tina

    ahja, bevor ich es vergesse:
    Tina.bartlome@hotmail.com 🙂

  3. Wolfram 21. August 2016

    Ihr Lieben
    es ist wunderbar, euch mit den schönen Berichten und tollen Fotos ein Stück weit auf der Reise begleiten zu können. Vielen Dank dafür. Auch wenn bei den Berichten über 35°C oder Monsunregen im Zelt nicht immer Neid aufkommt – ein bisschen Fernweh löst ihr schon aus.
    Habt weiter eine gute und erlebnisreiche Reise mit offenbar vielen netten Begegnungen und bleibt gesund!
    Beste Grüße aus der Heimat
    Wolfram

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