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Malaysia – Cameron Highlands

Nachdem wir die letzten Tage immer ausschlafen konnten, war es eine kleine Überwindung dem Weckruf um 08:00Uhr Folge zu leisten. Da wir jedoch wussten, dass der Bus, den wir vorab online gebucht hatten, auch ohne uns losfahren würde, krabbelten wir aus unseren Betten, packten die Rucksäcke und nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns in Richtung Busbahnhof. Nach einer kurzen Verwirrung in der Metro ob wir denn nun in die richtige Richtung fahren würden oder nicht, kamen wir auch nach einer guten halben Stunde an. Was uns dort erwartet sprengte dann doch wieder einmal unsere Vorstellungskraft.

Busbahnhof XXL

Wir fanden uns in einer Art „Terminal“ wie am Flughafen wieder, jedoch einzig und allein für Busse. Mehr als 30 Schalter stehen in der Vorhalle zur Verfügung und es gibt selbstverständlich auch „Gates“ an denen die verschiedenen Busse vorfahren. Dort durften wir uns dann 30 Minuten vor Abfahrt einfinden und warten, dass unsere Fahrt aufgerufen wird. Nachdem wir unser Ticket, ähnlich wie beim Boarding, vorgezeigt hatten, machten wir es uns auf unseren riesigen Sitzen bequem.

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Busfahrt – so lässt es sich aushalten

So konnten wir definitiv die 4 stündige Fahrt ins Hochland aushalten. Obwohl uns noch etwas beunruhigte, dass viele von Unwohlsein auf den vielen Serpentinen erzählt hatten. Unsere Mägen waren jedoch durch Sri Lanka dermaßen abgestumpft, dass wir es als sehr angenehme Fahrt empfunden. Nach einer kurzen Taxifahrt zum richtigen Hotel waren wir sehr gespannt wie das Hotel sein würde, hatten wir sehr unterschiedliche Rezensionen gelesen. Etwas vorsichtig öffneten wir deshalb die Zimmertür und lugten um die Ecke, aber was uns erwartet war wunderbar. Ein sauberes Zimmer mit Doppelbett, Fenster und eigenem Bad – yuhu!

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Wegbegleiter auf dem ersten Abschnitt

Nach der ersten Nacht wollten wir den Tag etwas gemächlicher angehen lassen und da ich auch nicht so Lust auf wandern hatte, einigten wir uns auf eine kleinere Tour zu einem Wasserfall. Nachdem wir dort schon bereits nach einer halben Stunde ankamen und sich der Wasserfall als ein Bächlein herausstellte der 3 Meter in die Tiefe „stürzt“, beschlossen wir unseren Spaziergang noch etwas zu verlängern und zu einer Teeplantage zu laufen. Dies sollte laut einer Karten App lediglich eine weitere Stunde dauern. Ich kann eins vorweg nehmen, der kleine „Spaziergang“ den mir Christoph an diesem Tag vorgeschlagen hatte, war am Ende des Tages eine ca. 20 Kilometer lange Wanderung. Ich weiß nicht ob das noch als Spaziergang zählt, es hat sich aber definitiv nicht so angefühlt.
Glücklicherweise war die Tour dafür wunderschön. Sie führte uns durch tiefsten Dschungel, auf rutschigen Naturstufen aus Wurzeln auf einen Berg, wieder zurück ins Tal durch wilde Natur die kaum die Sicht auf den Weg preisgab (wir konnten zwischenzeitlich ohne GPS nicht mal ausmachen ob es überhaupt einen Weg gab), passierten Gemüseplantagen um uns schlussendlich mitten von atemberaubenden Teeplantagen wiederzufinden.

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Kaffeepause mit Ausblick

Dort gab es dann dankenswerterweise auch eine Einkehrmöglichkeit und wir genoßen einen frischen Tee und ein Stück Kuchen zu horrenden Preisen. Von dort wollten wir eigentlich auf ein Taxi zurückgreifen, aber unser Ehrgeiz war geweckt. Also beschlossen wir zum nächsten Dorf zu laufen, man könnte ja dann auch von dort ein Taxi nehmen und das wäre ja dann eh sowieso viel günstiger…. Naja wir wussten beide schon vorher, dass wenn wir uns einmal auf den Rückweg machen würden, wir auch bis zum Ende durchlaufen. Und genau das ist dann auch eingetreten, nochmal 9 Kilometer zurück zu unserem Hotel.
 Nach einer heißen Dusche und einem schnellen Abendessen, lagen wir an diesem Abend recht zügig im Bett und entschieden einstimmig, dass wir am nächsten Tag aber wirklich gemächlich machen würden. Da wir zwischenzeitlich endlich eine Unterkunft auf den Perhentian Inseln gefunden hatten, nutzen wir also diesen „freien“ Tag um rauszufinden wie wir dort hin kommen würden und entschieden, aufgrund der dann einfacheren Organisation, eine zusätzliche Nacht in den Cameron Highlands zu verbringen.

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So soll also eine Drachenfrucht aussehen – Wahnsinn! #nofilter

Wir sind beide etwas enttäuscht von den viel schlechteren Planungsmöglichkeiten im Vergleich zu Sri Lanka. Alle Busse sollten bestenfalls vorab gebucht werden, die Hotels sind meist schlecht bewertet, ausgebucht oder gar nicht im Internet zu finden und die Verbindungen zwischen den Städten sind rar und manchmal gar nicht vorhanden. Wir hören immer wieder, dass man sich natürlich einfach auf den Weg machen kann, man würde vor Ort schon etwas finden. Die Vorstellung bei 35°C, 80% Luftfeuchte und einem großen Rucksack auf dem Rücken am Strand entlang zu laufen um etwas passendes zu finden, schreckt uns jedoch momentan noch zu sehr ab.

An unserem vorletzten Tag wollte Christoph gerne noch eine andere Teeplantage besuchen, die angeblich die viel schönere sein sollte. Der Pfad beginnt wieder gewohnt entspannt, wird jedoch sehr schnell sehr anspruchsvoll und vor allem heiß und schwül. Nach unzähligen Wurzeln und ordentlichen Steigungen treffen wir ein deutsches Pärchen. Wir finden schnell raus, dass wir ein gemeinsames Ziel haben und klettern gemeinsam weiter. Nach einigen Teilstrecken mit tiefem Matsch und sehr steilen Stücken die man nur mit Hilfe eines Seils überwinden kann, kommen wir am Gipfel an. Und wie sollte es auch anders sein bei unserem bisherigen Glück – es war mal wieder bewölkt. Gut wir waren es ja mittlerweile schon gewohnt und machen uns auf zu den Plantagen. Auf der Strecke stößt noch eine junge Niederländerin zu uns und nach gut einer Stunde erreichten wir die Teeplantagen in deren Mitte eine (architektonisch) schöne Terrasse mit tollem Ausblick auf uns wartet.

Unsere Wandertruppe

Wir genoßen alle Tee und Kuchen und beschloßen nach dieser Kräftigung uns zusammen auf den Rückweg zu machen. Wir sahen zwar schon erste vereinzelte Wolken, aber keiner konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen was uns erwarten würde. Nach gut einer halben Stunde begann es dann bereits zu regnen und die anderen wollten sich ein Taxi ins Tal leihen. Christoph und ich, ganz Outdoor-Freaks, trennten uns von der Gruppe und machten uns zu Fuß auf den Weg.

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Raindrops keep falling on my head…

Da aus dem Regen ein starker Monsun wurde, stellte sich unsere Entscheidung als falsch heraus und der Ausdruck „Nass bis auf die Unterhosen“ hat nun eine völlig neue Dimension für uns erreicht. Nach der dringend gebrauchten heißen Dusche, mussten wir nur noch runter in das Hoteleigene Restaurant und trafen dort das deutsche Paar wieder. Wir hatten uns zum Abendessen verabredet und wollten gemeinsam das traditionelle Steamboat probieren.

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Steamboat – leeeeeecker

Es wurde eine lustige und gesellige Runde und wir saßen stundenlang zusammen. Zum Schluss gönnten wir uns eine Flasche Bier (merklich für alle vier von uns) und bemerkten anschließend, dass wir bereits die letzten Gäste im Restaurant waren. Man fühlte sich fast wie in der Disko wenn der Laden das Licht anschaltet um auch die allerletzten Gäste loszuwerden.
Völlig überfressen, wir fühlten uns wie an Silvester nach einem ausgiebigen Raclette-Essen, durften wir leider nicht gleich ins Bett rollen, sondern mussten noch unseren Rucksack packen. Es sollte nämlich am nächsten Morgen schon in aller Frühe losgehen.

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