Weltweit zu Zweit

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Sri Lanka – Galle

An unserem letzten Morgen in Mirissa erwartete uns nach dem Check-Out eine neue Herausforderung: Wir wollten den Bus von der selbigen Haltestelle nehmen an der man uns zuvor rausge“schmissen“ hatte. Da wir das bisher noch nie gemacht hatten und wir eben schon gesehen hatten, dass viele Leute nicht mitgenommen wurden, waren wir skeptisch ob das klappen würde. Es trat aber genau das ein, was unsere bisherige Reise uns gelehrt hat: immer entspannt sein – wird schon klappen. Und genau so war es dann auch. Rucksack auf, zur Haltestelle gelaufen, Bus mit der richtigen Nummer gesehen, gewunken und -swusch- waren wir schon im Bus. Na das war nun mal wirklich einfach.

Nach einer Stunde kamen wir bereits in Galle an, unserem letzten Stop vor dem Weiterflug. Galle hat den größten Busbahnhof Sri Lankas und wir waren dementsprechend beeindruckt als wir ankamen. Nicht nur auf der Fläche der offiziellen Haltestelle, sondern wirklich überall standen die Busse. Da dort entsprechend viele Menschen ankommen, war es ein leichtes ein TukTuk zu finden welches uns in die etwas abgelegenere Unterkunft brachte. Da es unser vorletzter Tag auf Sri Lanka war, wollten wir gleich wieder los und liefen zu Fuß Richtung Altstadt. An den Straßen entlang zeigte uns Sri Lanka nochmal seine dreckige, laute, stickige, chaotische Seite. Wir waren dementsprechend überrascht als wir die strukturierte Altstadt erreichten, die auf einer Landspitze liegt. Umrundet wird diese komplette Landspitze von einem alten holländischen Fort welches bereits 1663 aus Granitsteinen und Korallen erbaut wurde und zum Weltkulturerbe gehört. Einmal drumherum sind es mehr als drei Kilometer und wir genoßen die frische Brise vom Meer, die Schönheit der alten Häuser und die Flucht vor der sonstigen Hektik. Für uns als Architekten war es besonders spannend die größte erhaltene europäische Festung in Südasien zu sehen, da es ein tolles Beispiel ist wie europäische Architektur mit südasiatischen Traditionen verschmilzt. Es ist ein Sammelsurium an toll restaurierten Kolonialhäusern, Antiquitätenläden, einer Moschee, kleinen asiatischen Verkaufsständen und vielen Luxus-Shops oder hochpreisigen Hotels.

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Letztes leckeres Abendessen

Nachdem wir all das einmal abgelaufen hatten, suchten wir für den letzten Abend ein nettes Restaurant aus. Das ehemals als Krankenhaus genutzte Gebäude wurde wunderschön restauriert und in mehrere kleine Einheiten unterteilt. Im „Sugar“, wie unser Restaurant hieß, gönnten wir uns, ganz untypisch, Burger. Nach einem fantastischen Essen mit viel Atmosphäre, liefen wir noch einmal zum Leuchtturm, der auch heute noch in Takt ist, um einige Nachtaufnahmen zu machen. Es war einer der schönsten Sternenhimmel die wir je gesehen hatten, man konnte selbst die Milchstraße mit bloßem Auge erkennen. Dank Christophs App für Sterne, konnten wir auch noch viele andere Planeten und Sternbilder erkennen.
So konnten wir guter Dinge unseren Rückweg antreten und entschieden uns ein weiteres Mal auf die Fahrt mit dem TukTuk zu verzichten und liefen zu Fuß zurück. Man muss schon sagen, etwas beängstigend war es hier und dort schon, wobei es eher an dem teils verlassenen Gewerbe-Charme lag als an den Menschen. Die rufen einem eher freundlich zu, woher man denn käme oder wohin wir wollen würden. Außerdem beruhigt uns, dass alle paar Minuten ein TukTuk an uns vorbei fährt…. Es hat uns sogar eher belustigt. Sie fragen beim Vorbeifahren, ob wir kein Taxi bräuchten und wenn man verneint, fragen sie ungläubig was man denn dann hier tun würde. Wenn man ihnen erklärt wir würden einen Spaziergang machen, schaut man in zwei Augen die pure Verwirrung widerspiegeln. Wir haben die Vermutung, dass die Menschen hier einfach nicht „spazieren gehen“. Nach gut einer Dreiviertel Stunde kamen wir dann ziemlich müde im Guesthouse an und es dauerte dann auch nicht mehr lang, bis wir  eingeschlafen waren. Dieses Mal übrigens in einem tollen Doppelbett UND großem Mosquito-Netz. Wir konnten dieses Mal also beide gut schlafen.

Ein allerletztes Mal bekamen wir am nächsten Morgen das „typische“ Frühstück. Wobei wir revidieren müssen, dass es sich dabei um ein ein sri-lankisches handelt. Wir haben in der Zwischenzeit rausgefunden, dass das bisher gegessene ein „English-Breakfast“ war. Typisch Sri-lankisch wären „Hoppers“. Wir dachten jedoch all die Wochen, dass es sich dabei um Hoppers wie in GrasHOPPER handelt, sprich um Insekten. In einem Lachanfall mussten wir dann erst am Ende unserer Reise rausfinden, dass es sich dabei lediglich um kleine Pfannkuchen handelt. Uns liefen echt die Tränen. Hätten wir das nur mal ausprobiert, denn so erwartete uns eben wieder Toast, Marmelade und Tee 😀

Am Mittag brachen wir mit dem Zug nach Colombo auf. Auf der dreistündigen Fahrt sahen wir viel Unterschiedliches. Malerische Landschaften, Wunderschöne Ausblicke aufs Meer, welches manchmal nur 2 Meter neben den Gleisen begann, dazu die langsam untergehende Sonne und daneben große Armut, abgemagerte Menschen und Häuser, wenn man ein 3m x 3m großes, aus Planen gebautes, Gebäude mit Wellblechdach so nennen kann, die nur wenige Zentimeter (!) neben der Gleise stehen.

Endlich in Colombo angekommen, wir hatten die Stadt keine Sekunde vermisst, fanden wir mit einigem Nachfragen den richtigen Bus zum Flughafen. Wir kalkulierten vorher, dass wir ca. fünf Stunden vor Abflug dort sind, damit hätten wir noch genügend Puffer für Unvorhergesehens. Und genau das war auch unser Glück. Die Busfahrt, die eigentlich nur 40 Minuten dauern sollte, wurde zur Odyssee. Erst steckten wir im Feierabendverkehr fest und wer meint, dass man in Karlsruhe langsam voran kommt aufgrund der Baustellen, sollte sich das hier erst gar nicht antun. Wir standen einfach auf der Stelle, dicht gedrängt mit Bussen, Autos, TukTuks und dann noch der Smog der durch die Fenster in den Bus drang.  Als es dann endlich vom Verkehr her besser wurde, wurden wir von einem Straßenpolizist angehalten und der Fahrer war plötzlich für über 10 Minuten verschwunden. Weiß Gott was los war, aber wir schauten weiterhin nur auf die Uhr. Endlich wieder mit Busfahrer ausgestattet, konnten wir es nicht glauben. Dieser Bus schlich (!!!) von Station zu Station. Hatten wir uns vorab immer über das schnelle Fahrverhalten aufgeregt, wünschten wir es uns nun sehnlichst herbei. Nach über drei Stunden (anstatt der 40 Minuten) kamen wir endlich beim Flughafen an. Durch unseren riesigen Zeitpuffer glücklicherweise immer noch pünktlich, aber vollends erledigt. Wir gönnten uns dementsprechend nach der Gepäckaufgabe einen Snack am Flughafen. Wir wussten, er würde Unsummen verschlingen, aber wir genoßen es trotzdem. Außerdem fehlte es uns an Alternativen in dem kleinen Flughafen. Kurz vor Abflug ging noch mein einer Flip-Flop kaputt (von wegen Markenprodukte halten länger) und Christoph erwies sich als echter MacGyver. Kurzerhand wurde der Schuh mit einem Strohhalm repariert. Ich war überglücklich, hätte die Alternative bedeutet, barfuß bis zur Gepäckausgabe in Kuala Lumpur unterwegs zu sein. Nun wird unser Flug aufgerufen und wir verabschieden uns von Sri Lanka und allen zahlreichen Erlebnissen die wir dort hatten. Wir müssen alles erst einmal ein bisschen Sacken lassen um zu entscheiden welche davon gute oder schlechte Erinnerungen werden. Und in der Zwischenzeit freuen wir uns schon auf Malaysia.

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