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Sri Lanka – Tangalle

Ein letztes Mal nahmen wir die serpentinenreiche Fahrt im Hochland auf uns um an die Südküste zu gelangen. Denn wenn Busfahren im Allgemeinen schon nicht sehr viel Spaß macht, ist es im Speziellen noch viel unangenehmer wenn der Bus dabei auf den kurvenreichen Straßen unterwegs ist und man in jeder Kurve das Gefühl hat man würde gleich umkippen. Christoph hat mir zur Beruhigung übrigens von einem Bericht im Fernsehen erzählt, wo genau das versucht wurde. Aber selbst bei höchster Geschwindigkeit, engsten Kurven und abhebenden Reifen schafften die Tester es nicht den Bus zum Kippen zu bringen. Naja,… hat ein bisschen geholfen, aber ich finde immer noch, dass wenn sich ein Busfahrer in den Kurven an der Scheibe festhalten muss um nicht vom Stuhl zu rutschen, dann fährt er eindeutig zu schnell!

Wir wollten also diese letzte Fahrt durchs Hochland entspannt beginnen und 30 Minuten vor Abfahrt an der Station sein. Als wir dort ankamen, stand jedoch der vorherige Bus noch dort und nahm uns sogleich mit. Uns störte das zu Beginn natürlich wenig, bedeutet es ja nur, dass wir früher ankommen würden. Aber es stellte sich heraus, dass der Bus bereits gerappelt voll war und wir somit stehen mussten. Wir können euch sagen, wir haben pures Krafttraining absolviert wenn man sich irgendwie und irgendwo in den Kurven festkrallen muss. Wir konnten wenigstens drüber lachen und spotteten dass Christoph neue T-Shirts brauchen würde, da seine Oberarme jetzt riesig werden würden. Im Tal angekommen – war auch klar, dass das nicht früher passieren konnte – wurden Sitzplätze für uns frei. Nach drei weiteren Stunden, glücklicherweise dieses Mal ohne Umsteigen, kamen wir dann in Tanggalle an der schönen Südküste an. Es nervt uns mittlerweile, dass man uns bei den kleinen Stationen, die zwischen den großen Busbahnhöfen einfach mit einem kleinen Schild am Straßenrand gekennzeichnet aber kaum zu erkennen sind, nie rauslässt. Aber wir vermuten, dass es teilweise an Verständigungsschwierigkeiten liegt und auch an der Lust des Busfahrers. Das wiederum hängt aber nicht daran, dass wir Ausländer sind, viel zu oft sehen wir nämlich Menschen an der Straße nach dem Bus winken und dieser fährt einfach weiter, sondern wahrscheinlich an der Höhe der bereits eingenommenen Gelder. Kann man sich in Deutschland so gar nicht vorstellen.

Wir also wiedermal an einem Busbahnhof ausgestiegen der zu weit weg von der Unterkunft liegt, um laufen zu können, aber die TukTuks sind ja zum Glück nicht teuer. Unser gebuchtes Chalet liegt in einem erst kürzlich neu besiedelten Areal, hauptsächlich für Touristen. Das Grundstück auf dem die Häuser stehen ähnelt mehr einer Range und ist sehr weitläufig. Wir genießen sofort die Stille und die freie Sicht. Unser Zimmer befindet sich über dem Restaurant und bietet einen fantastischen Blick. Sofort setzen wir uns auf die Terrasse und beobachten die Umgebung. In den nächsten zwei Tagen entdecken wir so eine riesige Affenfamilie, Kühe, Hunde, Pfaue und unfassbar bunte Vögel. Wir wollen uns nicht beschweren, aber so ein „Öko“-Lärm kann einen ganz schön früh aus dem Bett holen 🙂

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Strand für uns alleine

Gleich am ersten Tag liefen wir noch den fünfminütigen Weg zum Strand und waren wirklich sprachlos. Der Sand so fein, dass es sich anfühlt wie Puder, kaum eine Menschenseele und das ganze gesäumt von Palmen wie aus dem Bilderbuch. Hier konnten wir es auf jeden Fall aushalten. Wäre da nicht das nervige Problem mit dem Internet gewesen, welches erst am letzten Tag funktionierte da der Chef wohl einfach „vergessen“ hat sein Guthaben aufzuladen (ist klar, dass man das vergisst wenn man mehrere Unterkünfte für Touristen anbietet), hätten es perfekte Tage werden können.

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Arbeitsplatz wie man sich ihn wünscht

Wir lösten das Problem in dem wir am zweiten Abend zu einem Resort am Strand liefen und dort in Kombination mit einem Abendessen das WLAN nutzen durften, aber es kostete uns auch das halbe Tagesbudget. Nichtsdestotrotz haben wir den Abend an diesem atemberaubenden Platz direkt am Meer einfach genossen und leisteten uns das zweite Bier auf unserer bisherigen Reise.
Am ersten Abend kamen dann auch die, in den Rezensionen bereits erwähnten, ungebeten Gäste – kleine Frösche. Witzigerweise wurden wir sie für die komplette Dauer unseres Aufenthalts los weil Christoph sie mit der Stirnlampe näher begutachten wollte. Die hatten wohl keine Lust auf Touris die sie blenden 🙂
Wir konnten während unseres Internetzugangs leider keine Auskünfte über die Busse nach Mirissa, unserem nächsten Stop, finden und ließen es deshalb am kommenden Morgen einfach auf uns zukommen. Überraschenderweise sprang beim Check-Out bzw. Bezahlen kurzfristig der Nachbar als Vertreter ein. Dieser konnte uns aber dank seiner guten englisch Kenntnisse ein TukTuk organisieren und die Auskunft erteilen, dass sogar alle 10 Minuten ein Bus in diese Richtung starten würde. Wie während unseren vielen Busfahrten oder Umstiegen immer, hatten wir kaum das TukTuk am Busbahnhof verlassen, konnten wir unseren Bus just in diesem Moment noch erreichen als er schon losfahren wollte. Wir können also die Erfahrung von vielen anderen Backpackern nicht teilen, dass man irgendwo auf den Bus warten müsste. Wir rennen eigentlich immer nur von einem Bus zum Anderen und können nur froh sein, dass wir nie auf die Toilette müssen.

Nun sind wir gespannt wie Mirissa wird, ein wohl eher touristisch angelegter kleiner Ort mit guten Wellen zum Bodyboarden und gutem Startpunkt für das Whale-Watching.

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