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Sri Lanka – Kandy

Unsere Ankunft in Kandy zeigt sich ähnlich laut und wuselig wie die Vorherigen. Überall offerieren die TukTuk-Fahrer ihre Preise und da wir nicht wissen wie weit es zur Unterkunft ist, lassen wir uns leider auf einen viel zu teuren Preis ein. Die Fahrt ist schön kuschelig schließlich haben wir Husam (1,95m groß) dabei. Da das Hostel jedoch auf einem Berg liegt, sind wir dankbar, dass wir uns für ein TukTuk entschieden haben. Anfangs sind wir etwas überfordert von der Menge der Menschen die hier bereits rumwuseln, aber die Gruppe erweist sich innerhalb der nächsten zwei Tage als eine tolle Gemeinschaft: Engländer, Australier, Niederländer, Deutsche und unser Palästinenser. In einer der Gespräche über die bereits gesammelten Erfahrungen vergrößert sich unsere Reisetruppe prompt um ein junges deutsches Paar namens Maren und Matheus. Denn es stellt sich heraus, dass wir alle zum Sigirya Rock fahren wollen, der aber 3 Stunden Fahrt entfernt liegt, wir sind also froh wenn wir uns die Ausgaben teilen können. Also wird für den nächsten Morgen ein Mini-Bus samt Fahrer organisiert und es sollte der bisher schönste Tag unserer Reise werden. Unser erster Stop ist bei einem Kräutergarten, anfangs sind wir alle skeptisch, aber es wird nicht nur informativ weil uns alle gängigen Kräuter und ihre dazugehörigen Pflanzen erklärt werden, sondern wir dürfen auch noch eine fünf minütigen Massage genießen. Super – so kann es weitergehen!

Im Anschluss wieder rein in den Bus und nochmal zwei Stunden weiter Richtung Norden. Wir entscheiden uns nicht den Sigiriya Rock zu besuchen, da man mittlerweile einen horrenden Eintrittspreis in Höhe von 30 Euro zahlen muss (die Einheimischen übrigens 0,80 Cent!), und gehen auf den benachbarten Pidungarala Rock der uns nur 3 Euro kostet und für uns sogleich eine nette Einführung bereit hält: „Seid vorsichtig beim Aufstieg, heute Morgen ist eine Dänin runtergestürzt.“ (Wir haben übrigens nachfragt: Sie hat überlebt!)
Uns war also etwas mulmig zumute, aber der Aufstieg war dann, bis auf ein letztes Stück an dem wir klettern mussten, nicht sehr anspruchsvoll und der Ausblick einfach wahnsinnig toll. Es war der erste Moment an dem uns klar wurde warum wir nach Sri Lanka gekommen sind. Unberührte Schönheit und Landschaft in ihrer reinsten Form. Wir genießen diesen Moment erst für uns und dann mit den anderen gemeinsam. Es war die beste Entscheidung uns für diesen Berg zu entscheiden, denn hier oben begegnen wir nur wenigen anderen Menschen und können auch noch den berühmteren Felsen von der Ferne bewundern.
Als uns langsam doch frisch wird, weil ein wahnsinnig starker Aufwind weht, machen wir uns an den Abstieg. Mia lässt sich auf dem ersten Teil der Strecke zurückfallen, da sich ein kleiner Hund oben am Gipfel aufgehalten hat und wir uns nicht sicher waren ob er es alleine wieder runter schafft. Aber leider zeigt keinerlei Rufen und locken mit Crackern einen Erfolg und so hoffen wir das Beste und denken: Wer es hoch schafft, schafft es auch wieder runter!

Beim Abstieg erwartet uns dann hinter einer Biegung eine schöne Überraschung: eine große Affenfamilie kreuzt unseren Weg. Neugierig bestaunen wir uns gegenseitig und Christoph kann jede Menge Bilder machen. Endlich wieder unten beim Fahrer angekommen, der während der Wartezeiten immer ein kleines Nickerchen hält, machen wir uns auf den Rückweg. Wir halten auf der Fahrt noch in Dembrulla bei einem buddhistischen Tempel mit einem übergroßen vergoldeten Buddha. Unfassbar faszinierend eine uns fremde Religion so hautnah beobachten zu dürfen. Desweiteren lässt uns der Fahrer noch bei einem der vielen Fruchtstände raus und wir erleben das Geschmackserlebnis von regionalen Früchten (Mango, Avocado und viele weitere uns fremde aber unfassbar leckere Obstsorten). Da wir bei den verlockenden Preisen, z.B. Avocado 0,25€, nicht widerstehen können, tragen wir schlussendlich diese Schätze tütenweise ins Auto.

Am Hostel angekommen erfreuen wir uns noch an den Resten des Essens vom Vorabend und genießen die Geselligkeit der anderen Reisenden. Wir sammeln noch etliche Tipps und entscheiden uns dann mit Maren und Matheus den Aufenthalt in Kandy um eine weitere Nacht zu verlängern um erst am darauffolgenden Tag gemeinsam weiter Richtung Süden zu fahren. Husam entscheidet sich zurück nach Colombo zu fahren und so werden wir unter uns „Deutschen“ bleiben.

An unserem ersten richtigen „freien“ Tag schlendern wir zum Bahnhof um leider festzustellen, dass es keine Sitzplätze mehr zu reservieren gibt. Wir werden also an unserem Abreisetag frühzeitig auf dem Gleis stehen um einen der wenigen freien Plätze zu ergattern. Da Mia immer noch kränkelt entscheiden wir uns wieder ins Hostel zurückzukehren und kaufen auf dem Weg, an kleinen Verkaufsständen entlang der Straße, leckere deftige und süße Teilchen. Mit unserer Ausbeute machen wir es uns im idyllischen Garten des Hostels bequem: über uns rauscht der Wind durch die Palmen, die Vögel zwitschern und die Sonne strahlt. Pures Urlaubsfeeling kommt auf und dafür hat sich der Tag Pause definitiv gelohnt.
Mit einer komplett neuen Besatzung im Hostel und einer damit neu einhergehenden Stimmung (etwas distanzierter und lauter) geht der Abend dem Ende entgegen und am nächsten Tag geht es dann in aller Frühe nach Dalhousie. Wir sind schon voller Vorfreude, da wir dort auf einer Bergspitze eine Tempelanlage erklimmen möchten. Wir sind gespannt wie wir die über 5.000 Steinstufen hinter uns bringen werden….

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3 Kommentare

  1. Michael 21. Juli 2016

    Sporrlich, sportlich
    Erst 1 Woche unterwegs und schon so viel erlebt.
    Viel Glück weiterhin

  2. Natalie 23. Juli 2016

    Ihr seid der Wahnsinn! Weiter so!

  3. Margrit Rangnick 24. Juli 2016

    Es macht wirklich Spaß, eure Berichte zu lesen und ich beneide euch Beide und wünsche euch weiterhin gute Freunde, eine gute Kondition und vor allem Gesundheit.

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