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Dubai – Das Land der Superlativen

Unsere Start in Dubai kündigte sich merklich schlecht an. Zuerst erlebten wir beim Zwischenstop in Kiew den bisher größten Schockmoment unserer Reise. Lautstark schrieen die Flughafenmitarbeiterinnen, dass man sein Visa zum Boarding bereithalten sollte.

Selfie Kiew Rollfeld

Selfie Kiew Rollfeld

Entgeistert schauten wir uns an, wir hatten nämlich keines. Wir waren uns sicher, gelesen zu haben, dass man kein Visa zur Einreise nach Dubai braucht, aber wenn einem eine aufgebrachte ukrainische Mitarbeiterin anschreit wird man sich plötzlich sehr unsicher. In Panik schauten wir uns nach weiteren deutschen Passagieren um, leider vergebens. Als wir schlussendlich an der Reihe waren, fiel uns ein Stein vom Herzen als uns die Dame einfach durchwinkte.

In Dubai angekommen mussten wir dann übermüdet feststellen, dass in dieser modernen Stadt nachts keinerlei öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen. Vom Ehrgeiz gepackt nicht jetzt schon unerwartete Ausgaben zu haben, verharrten wir also über zwei Stunden im Ankunftsterminal bei gefühlten -10° Kälte. Es sollte sich später übrigens herausstellen, dass wir sogar noch dankbar für diese auf Tiefsttemperaturen runter gekühlten Innenräume sein würden.

Nach ein paar Stunden Schlaf im vorab gebuchten Hotel und einem überraschend großzügig ausfallenden Frühstück, wagten wir uns auf unsere geplante Tagestour durch Dubai. Schnell stellte sich heraus, dass wir unser erworbenes Tagesticket der Metro für fünf Euro voll auskosten würden. Das lag zum Einen daran, dass wir einige Distanzen völlig falsch eingeschätzt hatten und zum Anderen an der schlechten Ausschilderung für Touristen. Man kann es sich folgendermaßen vorstellen: Metro rein, Station raus, falsch, wieder Metro rein, nächste Station raus, wieder falsch,…. So landeten wir auch eher ungeplant bei einer angepriesenen Wassertaxi-Überfahrt zu einer Mall um nach dem Übersetzen festzustellen (wir saßen im Übrigen völlig allein im Boot), dass diese noch nicht einmal fertig gebaut ist. Also wieder zurück ins Boot und weiter suchen nach den großen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wir fanden am Ende des Tages viele uninteressante Seiten von Dubai, aber auch atemberaubende Dinge. So werden wir wahrscheinlich den Besuch des Burj Khalifa nicht mehr so schnell vergessen. Denn wenn man einmal auf dem höchsten Gebäude der Welt steht, wenn man den Zugang denn findet (kein Scherz!), dann brennt sich der Ausblick aus 450m Höhe unwiderruflich ins Gedächtnis und man wird damit auch für das aufwendige Einlass-Prozedere belohnt. Trotz des spürbaren Schwankens des Gebäudes (bei Wind bis zu 2 Meter in jede Richtung) riskierten wir den Gang auf die Toilette und können nun mit stolz sagen, dass wir auf dem höchsten Klo der Welt waren 🙂
Nach einem eiligen Abendessen, die Metro fährt ja schließlich nur bis 22 Uhr, fuhren wir ins Hotel und kaum, dass unsere Köpfe das Kopfkissen berührten, träumten wir schon den Traum der Erschöpften.

Fix und Fertig!

Fix und Fertig!

Der zweite Morgen überraschte uns mit noch höheren Temperaturen. Für all diejenigen die noch nie in solchen Gefilden unterwegs waren beschreiben wir das ganze gerne so: Stell dir vor du gehst in deiner Straßenkleidung in die Dampfsauna und kannst dich im Anschluss aber nicht mit einer kühlen Dusche belohnen. Nach nur wenigen Sekunden gibt es keine Stelle mehr am Körper die nicht schwitzt und das ist genau der Moment in dem du tatsächlich gerne die gekühlten Innenräume aufsuchst.
Unser Ziel des Tages: Füße ins Meer hängen. Fazit des Tages: keine Füße ins Meer gehangen. Auch wenn es sich skurril anhört, wir haben heute etliche Stunden damit zugebracht um eine winzige Stelle zu finden an der wir ans Meer können. Wir trotzten der Hitze, die Kamera im Übrigen etwas weniger als wir (immer wieder Nebel im Sucher), aber selbst nach mehrfachem Nachfragen konnte uns keiner wirklich weiterhelfen. In einem letzten Versuch fuhren wir auf die weltberühmte Palmeninsel, doch auch dort war der Zugang entweder gesperrt oder noch nicht fertig gebaut. So standen uns von 3 Haltestellen tatsächlich nur die Start- und die Zielstation zur Verfügung. Also wir wieder aufs Festland und zurück ins Hotel, denn wir konnten  körperlich schlichtweg nicht mehr. Umso mehr gilt unser Dank einem netten Hotelmitarbeiter der uns erlaubte trotz Check-Out den Dachpool zu nutzen – kein Meer, aber endlich Füße im Wasser!

Frisch geduscht brachen wir den Weg zum Flughafen an. Während unserer zwei Tage in Dubai hatten wir nie so viele Blicke geerntet wie auf dieser Strecke. Denn obwohl es hier von Frauen in Burka bis zu Damen mit verstörend kurzen Hot-Pants (an alle Frauen da draußen: wenn die Arschbacken rausschauen ist es definitiv zu kurz!) alles gibt, hatte man wohl noch nie zwei voll beladene Backpacker gesehen.

Am Flughafen angekommen wurden wir von Dubai noch einmal mit einem Widerspruch der „Moderne“ verabschiedet. Bequem mit der Metro direkt zum Terminal gefahren, mussten wir doch schockiert feststellen, dass man zwar per Metro, kostenlosem Shuttle oder interner Flughafen-Bahn zwischen Terminal 1 und 3 pendeln konnte aber Terminal 2 ist ausschließlich per Taxi zu erreichen – Meinen die das ernst?

Aber gut, nun sitzen wir am richtigen Gate, im richtigen Terminal und warten auf unseren Flug. Die Wartezeit nutzen wir, um unsere Erlebnisse noch einmal Revue passieren zu lassen und kommen beide schnell überein, dass Dubai vor allem für eines steht – Widersprüche. Da gibt es die traditionell lebenden Muslime, viele moderne Chinesen, noch mehr Menschen die nach westlichem Lebensstil daherkommen. Man fühlt sich inmitten eines Aufeinanderprallens der Kulturen und obwohl man versucht sich einigermaßen

Skihalle in der Mall

Skihalle in der Mall

anzupassen, gehört man zu keiner Gruppe dazu. Dann der Rekordwahn immer höher bauen zu müssen, immer schneller voran zu kommen oder einen ganz besonderen Service zu bieten. So fanden wir es unter anderem sehr suspekt in einer Mall eine Skihalle vorzufinden. Dem Gegenüber steht die Armut der Menschen die nicht zu dieser Bewegung gehören, die zwischen den schicken Hochhäusern in winzigen heruntergekommen Hütten leben. Es scheint als wenn der äußere Schein wichtiger ist als die eigene Bevölkerung.

Wir waren auf jeden Fall sehr beeindruckt von dieser Stadt, aber wir vermuten trotzdem, dass es bei diesem einen Besuch bleiben wird. Nun sind wir gespannt was Sri Lanka für uns zu bieten hat.

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2 Kommentare

  1. Michael 16. Juli 2016

    Schöne Frühstücksliteratur
    Weiterhin Schöne Erlebnissr

  2. Anne 21. Juli 2016

    Danke für den tollen Bericht. Ich weiß jetzt schon, dass es Spaß machen wird, euch hier zu begleiten 🙂 LG von Franks Schwester 🙂

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